Nachhaltigkeit ist Teil der Peak Position DNA
Nachhaltig unterwegs in den Bergen
Wie wir die Alpen schützen können

Martina Lang im Interview mit Design-Experte Holger Kanzok

Die Berge rufen – und immer mehr Menschen folgen diesem Ruf. Alpine Wanderungen boomen, doch mit dem steigenden Interesse wächst auch die Verantwortung. Wie kann man die Natur genießen, ohne sie zu zerstören? Welche kleinen Entscheidungen haben große Auswirkungen? Und warum beginnt Nachhaltigkeit schon lange vor dem ersten Schritt auf dem Wanderweg?
„Die Alpen sind kein Freizeitpark – wir müssen lernen, sie mit Respekt zu behandeln“
Immer mehr Menschen entdecken die Berge für sich. Ist das Fluch oder Segen für die Natur?
Beides. Einerseits ist es großartig, dass so viele Menschen die Schönheit der Berge erleben möchten. Naturverbundenheit ist der erste Schritt zur Wertschätzung. Andererseits sieht man leider auch die Schattenseiten: überfüllte Wanderwege, achtlos weggeworfener Müll, Wildtiere, die durch Lärm gestört werden. Die Alpen sind ein empfindlicher Lebensraum – sie vertragen diesen Ansturm nicht unbegrenzt.
Was bedeutet nachhaltiges Wandern für dich?
Für mich geht es darum, die Natur mit Respekt zu betreten – als Gast, nicht als Eroberer. Das beginnt schon bei der Planung: Muss ich wirklich mit dem Auto anreisen oder gibt es eine Bahnverbindung? Brauche ich die neueste Ausrüstung oder reicht, was ich schon habe? Und auf der Tour selbst: auf den markierten Wegen bleiben, Tiere nicht stören, keinen Müll hinterlassen – eigentlich ganz einfache Regeln, die jeder befolgen kann.
„Jede Entscheidung zählt – vom Proviant bis zur Unterkunft“
Oft hört man: „Ich allein kann doch nichts verändern.“ Was sagst du dazu?
Ganz ehrlich? Das ist eine faule Ausrede. Jede Handlung hat eine Wirkung. Wenn jeder Einzelne darauf achtet, Müll zu vermeiden oder lokale Produkte zu kaufen, macht das einen riesigen Unterschied. Nachhaltigkeit ist kein Alles-oder-Nichts-Prinzip – auch kleine Schritte zählen.​​​​​​​
Apropos Proviant – wie sieht nachhaltiges Essen beim Wandern aus?
Ganz klar: Plastik vermeiden! Statt einzeln verpackter Müsliriegel lieber selbstgemachte Snacks in einer Box mitnehmen. Eine wiederverwendbare Trinkflasche statt Einwegplastik. Und wer in einer Hütte einkehrt, sollte auf regionale Gerichte setzen – das unterstützt die Menschen vor Ort und spart lange Transportwege.
„Schutz beginnt im Kopf – und auf dem Wanderweg“
Was ist dein größtes Ärgernis, wenn du in den Bergen unterwegs bist?
Ich erlebe es leider viel zu oft: Menschen, die Abkürzungen querfeldein nehmen. Das zerstört die Vegetation, sorgt für Erosion und stört die Wildtiere. Und dann natürlich der Klassiker – Müll auf dem Weg. Ich verstehe nicht, warum jemand eine volle Plastikflasche hochtragen kann, aber die leere nicht wieder mitnimmt.
Was kann jeder tun, um die Alpen zu schützen?
Erstens: Wissen aneignen. Wer versteht, wie empfindlich dieses Ökosystem ist, verhält sich automatisch rücksichtsvoller. Zweitens: Nachhaltige Entscheidungen treffen – sei es bei der Anreise, der Ausrüstung oder dem Verhalten vor Ort. Und drittens: Vorbild sein! Wenn du jemanden siehst, der Müll liegen lässt oder Tiere stört, sprich ihn freundlich darauf an. Oft ist es einfach Unwissenheit.
Ihr Fazit?
Nachhaltiges Wandern beginnt im Kopf und setzt sich mit jeder bewussten Entscheidung fort. Die Alpen sind nicht unverwüstlich – aber wenn wir sie mit Respekt behandeln, können wir sie für kommende Generationen bewahren.
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